Wald-Klima-Forum 2022 – Im Dialog für die Zukunft unserer Wälder


Mittlerweile blicken wir auf das erste Wald-Klima-Forum zurück – und damit auf drei Tage voller angeregter und konstruktiver Debatten zum Thema „Wald im Zeichen des Klimawandels“. Das Wald-Klima-Forum 2022 fand vom 20. bis 22. Juni am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena statt.


Es ist ein neuartiges Format, das unser Brain Board initiiert hat, um eine neutrale Plattform für einen ergebnisoffenen Dialog zu bieten. Organisiert wurde die Veranstaltung durch das Team von Aktion Baum. Auf dem hochrangig besetzten Symposium suchten Vertreter:innen aus Wissenschaft, Forstwirtschaft, Naturschutz und Gesellschaft gemeinsame Antworten auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen des Waldes: Wie steht es um unsere Wälder? Wie könnten bzw. müssten sie in Zukunft aussehen? Und wie sollten wir alle angesichts der aktuellen und zukünftigen klimatischen Änderungen mit dem Wald umgehen?



An drei Forumstagen nahmen die Teilnehmenden die fundamentalen Themen „Waldbau“, „Gesellschaft“ und „Ökonomie“ in den Blick. In Impulsvorträgen und anschließenden Podiumsdiskussionen kamen sowohl Vertreter:innen einer reduzierten und prozessschutzorientierten Waldbewirtschaftung als auch Befürworter:innen einer intensiveren Waldbewirtschaftung gleichermaßen zu Wort. So entstand auf allen Seiten Verständnis für andere Perspektiven. Wir freuen uns, dass sich so viele Expert:innen aus allen Bereichen als Speaker:innen am Forum beteiligt haben:


Prof. Dr. Jürgen P. Kropp, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Dr. Jeanette Blumröder, Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Prof. Dr. Christian Ammer, Universität Göttingen

Prof. Dr. Andreas Bolte, Thünen-Institut für Waldökosysteme Eberswalde

Prof. Dr. Georg Gratzer, Universität für Bodenkultur Wien

Raimund Friderichs, Forstbetrieb von Hohenzollern

Dr. Christoph Thies, Greenpeace Deutschland

Corinna Geißler, Forstliches Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha

Jana Boltersdorf, Fridays for Future

Vera Butterweck-Kruse, DFUV-Netzwerk der Forstunternehmen und Forsttechnik e.V.

Dr. Björn Seintsch, Thünen-Institut für Waldwirtschaft

Albert Wotke, WWF



Außerdem bedanken wir uns bei der Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft in Thüringen, Susanna Karawanskij, die ebenfalls an der Podiumsdiskussion zum Thema „Wald und Gesellschaft“ teilnahm. Und wo viele unterschiedliche Akteur:innen diskutieren, bedarf es auch einer aufmerksamen Moderation: Der TV-Moderator und Wissenschaftsjournalist Thomas Ranft, selbst Experte für Themen rund um Nachhaltigkeit, Klimawandel, Wetter, Mobilität und Energie, moderierte das Wald-Klima-Forum kenntnisreich und trug dank der richtigen Fragen zur richtigen Zeit wesentlich zum Gelingen des Dialogs bei. Die Vorträge der Speaker:innen werden wir nach und nach auf der Website des Wald-Klima-Forums und auf unserem YouTube-Kanal veröffentlichen.



Ein wichtiger Bestandteil der dreitägigen Veranstaltung waren zahlreiche separat durchgeführte Workshops, die abseits von Vorträgen das aktive Mitmachen aller Teilnehmenden ermöglichten. Inhaltlich orientierten sich diese Workshops an den Ergebnissen einer Umfrage, die unser Brain Board mit Unterstützung der Kienbaum Consulting im Vorfeld des Symposiums erstellt und mit der Bitte um Beantwortung an alle Teilnehmenden versendet hatte. Dass die Gespräche dennoch teils ihre eigenen Wege nahmen und sich von der ursprünglichen Fragestellung weg bewegten, lag in der Natur des ergebnisoffenen Dialogs beim Wald-Klima-Forum und machte diese Debatten besonders fruchtbar. Ergebnisse der Workshops werden wir in enger Zusammenarbeit mit unserem Brain Board im Nachgang veröffentlichen.



Besonders freut uns, dass die Beteiligten das Forum sehr positiv aufgenommen und trotz der teils gegensätzlichen Perspektiven zahlreiche Kontaktpunkte gefunden haben. Bei vielen wichtigen Fragen überwogen letztlich Gemeinsamkeiten, nicht Gegensätze. Sogar potenzielle Lösungswege wurden besprochen, auch wenn allen Teilnehmenden die bestehenden Unsicherheiten, die die Forschung derzeit noch stark beschäftigen – Wie wird sich das Klima weiterhin entwickeln? Wie werden Baumarten darauf reagieren? –, deutlich bewusst sind. Der Schutz von Waldökosystemen und die forstliche Bewirtschaftung des Waldes erscheinen mit Blick auf die Debatten durchaus vereinbar, wenn strukturell die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden. Wir betrachten das Wald-Klima-Forum als wichtigen Schritt auf dem Weg hin zu einem gesunden und resilienten Wald der Zukunft. Und der Dialog soll in jedem Fall fortgesetzt werden: „Das Ziel des Forums, einen Dialog anzustoßen, in dem Forstwirtschaft, Naturschutz und Gesellschaft gleichermaßen Gehör finden, haben wir damit erreicht,“ resümiert Dr. Henrik Hartmann aus unserem Brain Board. „Wie produktiv das sein kann, haben uns drei interaktive und zukunftsorientierte Forumstage gezeigt. Wir bedanken uns bei allen Speakern und Teilnehmenden und hoffen, dass die Gespräche jetzt in anderen Foren, im Wald-Klima-Forum 2023 und nicht zuletzt auch in den Medien weitergehen.“